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Intuition (Teil 1)

Montag, den 23. Juni 2008 von Sonia Flöckemeier
Kategorie: Marketing, Psychologie, Erfolg & Motivation

Intuition ist die Fähigkeit, Einsichten in Sachverhalte, Sichtweisen, Gesetzmäßigkeiten oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen durch sich spontan einstellende Eingebungen zu erlangen, die auf unbewusstem Weg zustande gekommen sind.

Vor allem Naturwissenschaftler und Philosophen haben seit Jahrtausenden die Vernunft als maßgeblich für menschliches Verhalten gesehen und den Einfluss von Gefühlen auf Entscheidungen ausgeblendet. Auch Manager und Politiker scheuen sich, ihre Entscheidungen mit dem Bauch zu begründen; das Thema ist vielen zu diffus und esoterisch, als dass es sich objektiv fassen ließe.

Trotzdem hat sicher jeder von uns schon die Erfahrung gemacht, dass eine plötzliche Eingebung sich allen Abwägungen der Vernunft als überlegen erwies. Denn bei allen Entscheidungen, die wir treffen, spielt das Unbewusste mit.

Als sich Hirnforscher in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts langsam an das Tabu „Intuition“ heranwagten, wurde schnell klar, dass das Bewusstsein nur einen winzigen Ausschnitt des geistigen Geschehens beherrschen kann. Denn schon auf jemand, der nur dösend in der Hängematte liegt, prasseln pro Sekunde elf Millionen Sinneseindrücke ein, die von ebenso vielen Sinneszellen im Körper an das Gehirn gesendet werden: Der Druck der Hängematte auf den Rücken, das Ticken der Uhr, das Zwitschern der Vögel, der Nachgeschmack der eben gegessenen Schokolade auf der Zunge.

Vieles, was wir unbewusst wahrnehmen, erfordert eine sofortige Entscheidung, die nicht rational überlegt, sondern intuitiv getroffen wird; denn das Bewusstsein schafft es nur, 40 Sinneseindrücke gleichzeitig zu verwalten. Mehr kann das Bewusstsein nicht verarbeiten, sondern muss es dem Autopiloten im Kopf überlassen: Aufstehen oder sitzen bleiben? Fenster schließen? Ein Glas Wasser holen?

Oft ist es uns unheimlich, intuitiv zu handeln: Indem wir im Nachhinein Gründe für unser Verhalten finden, schaffen wir die Illusion, wir hätten uns willentlich zu einem Entschluss durchgerungen. Wenn wir uns aber mit den Prozessen jenseits des bewussten Handels beschäftigen, merken wir erst, wie sehr wir Sklaven unserer Emotionen und Instinkte sind.

Dafür finden sich zahlreiche Beispiele:

  • Auf Speed-Dating-Parties verglichen Forscher die Urteile von Singles, die nur sechs Minuten Zeit zum Taxieren der Gesprächspartner hatten mit denen, die eine halbe Stunde Zeit zum kennen lernen hatten. Die schnellen Flirter täuschten sich seltener als die, die sich länger Zeit genommen hatten.
  • Schüler, die in wenigen Minuten darüber urteilen sollten, ob der Unterricht sinnvoll sei, lagen richtiger als die, die ihr Urteil erst nach einer Unterrichtsstunde abgaben.
  • Probanden wurden gebeten, sich unter einer Vielzahl von Postern ein Motiv auszusuchen. Einige sollten sich schnell entscheiden, die anderen Zeit nehmen. In einer erneuten Befragung nach wenigen Wochen zeigte sich, dass die Spontanentscheider das Poster immer noch mochten, während die Verstandesentscheider das Poster bereits wieder abgehängt hatten, weil es ihnen nicht mehr gefiel.
  • Patienten, denen während einer Vollnarkose, also mit ausgeschaltetem Bewusstsein, Wörterlisten vorgelesen werden, bevorzugen nach dem Aufwachen eindeutig die Wörter, die sie zuvor gehört haben.

Das Hirn sammelt also nicht nur unbewusst Informationen, es gewichtet, bewertet und sortiert sie auch.

(Fortsetzung folgt …)

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