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Einer der wichtigsten Rohstoffe, die Deutschland zu bieten hat, sind Ideen. Gerade in Berlin, der Hauptstadt der Kreativen, werden zahlreiche Ideen geboren, nur ist offenbar niemand bereit, dafür Geld auszugeben.

Längst schon haben Politik und Wirtschaft die Kreativen als Wachstumsfaktor entdeckt: der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Richard Florida führt die Bewegung an und hat die so genannte kreative Klasse proklamiert – kreativ tätige Menschen, von denen Innovationen und wirtschaftliches Wachstum ausgehen. Das Wirtschaftsministerium greift das auf und bezeichnet die Kreativwirtschaft als „Leitbild der Industrie von morgen“.
Kreative werden in elf Branchen eingeteilt: von Werbung, Mode und Film über die Gamesindustrie und Architektur bis hin zur bildenden und darstellenden Kunst.
Die Branche boomt: Über eine Million Menschen arbeiten in der creative industry und erwirtschafteten 2009 132 Milliarden EUR. Zum Vergleich: Der Umsatz der Chemiebranche lag nur um ein Drittel höher!

Im Gegensatz dazu scheinen die Leistungen der Kreativbranche nichts wert zu sein: Agenturen gehen mit fünfstelligen Summen in Vorleistung für den Erhalt eines Auftrages, und öffentliche Träger schreiben Wettbewerbe aus, deren Teilnahme nicht bezahlt wird. Auf diese Weise müssen beispielsweise Architekten mit hohen Summen in Vorleistung gehen, und bekommen den Auftrag unter Umständen nicht erteilt. Ein Urheberrecht, mit dem sich kreative Ideen schützen lassen, existiert nicht und die Honorare für Kreative sind verhandelbar wie in keiner anderen Branche.
So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass viele Kreative weniger Geld als Hartz IV-Empfänger zum Leben haben. Nicht das Geld treibt sie an: sie sind hoch motiviert und arbeiten mit viel persönlicher Hingabe an der Verwirklichung ihrer Ideen.

Höchste Zeit, dass Kreative sich vom Bild der Selbstverwirklichung verabschieden und konkrete finanzielle Forderungen stellen: Das Buch der Wienerin Doris Rothauer „Kreativität & Kapital“ beschäftigt sich mit genau diesem Thema. Dabei steht nicht das schöne Ergebnis von kreativem Arbeiten im Mittelpunkt, sondern der Prozess, in dem etwas Kreatives und Wertvolles entsteht und der dementsprechend entlohnt werden muss.
Es geht vielmehr um die Idee als um das fertige Produkt.
Einzelne Beispiele gibt es schon dafür, dass Kreative sich zusammenschließen und für ihre Interessen einstehen. Ein Beispiel ist das historische Gängeviertel in Hamburg, wo sich seit 2009 mehr als 200 Künstler und Aktivisten dafür einsetzen, es vor Verfall und Abriss zu retten.

Berlin, den 28. Juni 2010

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