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Erfolg einmal anders (2)

Montag, den 24. September 2007 von Inke Schulze-Seeger
Kategorie: Marketing, Psychologie, Erfolg & Motivation

Erfolg ist ein wichtiger Wert der westlichen Zivilisation. Höher, schneller, weiter heißen die Zauberwörter, und wehe man verinnerlicht sie nicht, da steckt sich gleich so mancher voller Selbstzweifel in die Verliererschublade.
Unzählige Publikationen greifen das Thema auf und beschreiben die Erfolgsfaktoren der Erfolgreichen. Gibt man das Wort Erfolg in das Suchfeld bei Amazon ein, werden allein fast 5.000 deutschsprachige Buchtitel gelistet, in den USA sind es sogar rund 500.000. Nicht alle haben das Thema Erfolg und Unternehmertum als Inhalt, aber die Zahlen unterstreichen die Wichtigkeit dieses Wertes.
Da kann einem schnell die Puste ausgehen, während man versucht, sein kleines Unternehmen auf „Erfolgskurs“ zu bringen. Dennoch kann es es ja durchaus nützlich sein, sich an den Erfolgsfaktoren der anderen zu orientieren und sich der Gemeinschaft anzupassen. Aber bis zu welchem Grad bitte?
In meinem ersten Beitrag zum Thema „Erfolg einmal anders“ habe ich von meiner Freundin Christine erzählt, die lediglich ihres trantütigen Kreislaufes wegen täglich laufen geht. Sie hat kein anderes Ziel, als sich danach ein wenig wacher zu fühlen. Dabei ist sie von allen Zwängen, Regeln und vermeintlichen Zielen der Joggergemeinschaft losgelöst und trotzdem fiter als manch ambitionierter, in High-Tec-Garne gehüllter, nach ausgeklügelten Plänen trainierender Profifreizeitläufer. Was sie unterscheidet ist, dass sie viel entspannter ist und sich von nichts und niemand unter Druck setzen läßt. Sie wird sich nicht anpassen und ist einfach glücklich mit ihrer Art zu laufen – und, gemessen an Ihrer erstaunlichen Kondition, erfolgreich.
Ein anderes Beispiel ist ein Kommunikaitons-Trainer, den ich seit Jahren kenne. Ich traf ihn das erste Mal in einem seiner Seminare und war begeistert. So begeistert, dass ich fest daran glaubte, dass dieser Trainer, der Einzelunternehmer war, zu Höherem geboren war und ein Imperium aufbauen müsse.
Dass er bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Marketing im klassischen Sinne betrieben hatte, beflügelte mich nur noch mehr, ihm klar zu machen, doch nun alle Register zu ziehen, um Ruhm, Ehre und noch mehr Geld auf dem Trainerolymp zu scheffeln.
Neugierig war er schon und hörte sich interessiert an, was ich ihm zu erzählen hatte. Doch es passierte nichts. Nach mehreren Anläufen gab ich schließich auf.
Nun hatte ich die Gelegenheit, mir in den kommenden Jahren anzusehen, was mit ihm passierte: Er wurde immer erfolgreicher! Hochkarätige, internationale Firmen klopften bei ihm an. Er war bis zum Anschlag ausgebucht. Aber er weigerte sich immer noch standhaft, seinen Status als Einzelunternehmer aufzugeben. Er stellte nicht einmal sicher, dass sein Telefon ständig besetzt war. „Die, die was von mir wollen, können mir eine Nachricht hinterlassen. Die, die wichtig sind, wissen, dass ich zurückrufe.“
Nun stimmt es natürlich nicht, dass er kein Marketing betrieb, aber es gehört für den Marketing-Coach, der täglich Marketingregeln predigt, einiges dazu zu akzeptieren, dass er seinen Erfolg lediglich auf zwei Faktoren aufbaute. Er war ein exzellenter Trainer mit einem exzellenten Seminarprodukt. Der zweite Erfolgsfaktor, der zwangsläufig daraus resultierte, war passives Empfehlungsmarketing.
Er gefiel sich außerdem in der Rolle des „Geheimnisvollen“. Dadurch, dass er so wenig nach außen sichtbar war und oft nicht einmal erreichbar, wurde er vielleicht noch interessanter für Unternehmen, sozusagen der absolute Geheimtipp. So etwas nennt man auch Sog-Marketing.
Tatsache ist, dass auch er auf seine Art erfolgreich war. Seine Art bedeutete, dass er das tat, womit er sich wohl fühlte. Er war authentisch, in dem was er tat, ließ sich nicht verbiegen und erfüllte noch zwei weitere Regeln: Konsequenz und Kontinuität.

Kommen wir also zurück zur Frage, bis zu welchem Grad man sich denn nun an vermeintliche Erfolgsregeln anpassen sollte. Als erstes sollten Sie entspannen. Wenn Sie irgenwelche Regeln überfordern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie sie erst gar nicht anwenden.
Was auch immer Sie tun, verfolgen sie die Ziele, die Ihnen wichtig sind und nicht die, die andere oder die Branche als wichtig erachten. Bestimmen Sie Ihre eigenen Regeln, und die setzen Sie dann konsequent und kontinuierlich um. Sie werden vielleicht Fehler machen, aber aus denen lernt man bekanntlich. Erlauben Sie sich, sich nicht verbiegen zu lassen.

Einen Tipp hat besagter Trainer schließlich doch noch von mir angenommen. Ich riet ihm, als er völlig ausgebucht war, seine Preise um 20% zu erhöhen.

Kommentare

  • Liebe Frau Schulze-Seeger,

    wenn ich Ihren Artikel lese, melden sich bei mir prompt Zweifel, ob Erfolg an sich überhaupt einen Wert darstellt. Handelt es sich nicht vielmehr um ganz andere Werte, die wir als Erfolg etikettieren, wenn wir sie realsiert haben. Ihre Beispiele zeigen doch sehr schön, dass es in beiden Fällen darum geht, die Dinge auf seine eigene Art zu tun. Im einen Fall ist der Wert körperliches Wohlbefinden, im anderen Fall geht es wohl um ein unerschütterliches Vertrauen in die eigene Ausstrahlung. Wenn so ein Wert zum persönlichen Wachstum beiträgt, nennen wir das einen Erfolg. Ist es nicht so?

    Herzliche Grüße
    Ihr Volker Eich

    PS: Tolle Idee, Ihr Blog. Ich wünsche Ihrem Projekt viel Erfolg!
    😉

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