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Häfelinger, von Trotha
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Sie haben zufällig auch einen zwölfjährigen Sohn oder eine Tochter, die sich heimlich an den PC schleichen, um sich auf sogenannte Quests zu begeben? Das sind Heldenreisen, in deren Verlauf sie verschiedene Aufgaben lösen, Feinde besiegen, Schwierigkeiten überwinden und dadurch Ruhm und Erfahrung ernten oder ihr angestrebtes Ziel erreichen? Nein? Sie kennen etwa World of Warcraft (WOW) nicht, das erfolgreichste Online-Spiel aller Zeiten?
WOW Heldenreise 2
Macht nichts, denn als Selbständiger brauchen Sie kein Computerspiel, um zu verstehen, was ein Quest ist, nämlich Ihre ganz persönliche, tägliche Heldenreise mit mehr als einer Herausforderung, die es zu bewältigen gilt.
Man mag von Computerspielen halten, was man will, aber eines lernen die Kids zumindest bei WOW, und zwar, wie man zielorientiert denkt und handelt. Ich muss trotz einer mütterlich ambivalenten Haltung gegenüber der Lieblingsbeschäftigung meines Sprösslings zugeben, dass das Spiel nicht ganz so unnütz und verderblich ist wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Aber ich will hier keine Diskussion über die Pro und Cons von Computerspielen anzetteln, sondern lediglich einmal untersuchen, was wir Unternehmer eigentlich von einem Computerspiel wie WOW lernen können.
Am besten kann ich Ihnen das veranschaulichen, indem ich Ihnen ein paar der wichtigsten Prinzipien des Spiels beschreibe, die bei näherer Betrachtung interessante Faktoren darstellen, die uns Unternehmer, wenn wir sie anwenden, durchaus nützlich sein könnten. Nehmen wir also an, das Unternehmertum ist ein großes Spiel wie WOW.

1. In WOW wählt man einen „character“, der einzigartig, unverwechselbar und wiedererkennbar ist. Das erinnert einen sofort an den eigenen Unternehmensauftritt und die Positionierung. Sind sie einzigartig und unverwechselbar? Was ist mit der Unique Selling Proposition, kurz USP? Habe ich die eigentlich? Hebe ich mich von der Masse meines Wettbewerbs eindeutig ab?

2. Das höchste Ziel in WOW ist „Level 70“ zu erreichen. Das heißt, man verbringt seine ganze Spielzeit damit, sich von Level zu Level zu arbeiten. Dabei besteht man Quests, bildet und rüstet sich aus, bis man schließlich ins WOW-Nirvana einzieht. Das kann unter Umständen Monate und Jahre dauern, je nachdem wie lange und ausdauernd man spielt. Grundsätzlich erreicht man „Level 70“ nur, indem man sich von einem Level zum anderen begibt, sich also zwangläufig kleine Ziele setzt. In WOW gibt es keinen Sprung von 0 auf 70. Im Unternehmertum auch nicht.

3. Als Spieler muss man sich ausbilden und ausrüsten. Das kostet „Gold“, so heißt die Währung. Ohne Ausbildung und Ausrüstung ist es nicht möglich, die nächsten Level zu erreichen. Das gilt im Spiel und im Dasein als Unternehmer.

4. Bestimmte WOW-Quests kann man nicht alleine bewältigen. Man sucht sich andere Charaktere, die Fähigkeiten haben, die man selbst nicht hat. Nur mit ihnen ist es möglich, das Ziel zu erreichen. Sich also mit den richtigen Leuten zu umgeben, die einen selbst durch ihre Fähigkeiten ergänzen, kann sehr nützlich sein.
WOW geht sogar noch einen Schritt weiter. „Les Chiens de Guerre“ z.B. ist eine Gilde, der man angehört. Man unterstützt sich gegenseitig, kann sich aufeinander verlassen. Die moderne Variante heißt, sich in Netzwerken zu bewegen. Inzwischen habe ich sogar den Verdacht, dass mein Sohn die Fähigkeit, mit den richtigen Leuten zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zusammenzukommen zumindest virtuell besser beherrscht als so mancher mir bekannter Unternehmer.

5. In WOW muss man auf Entdeckungsreise gehen, in ferne Länder ziehen, Neues kennenlernen. Teilweise muss man weite, weite Wege gehen, aber am Ende winkt das nächste Level. Im stillen Büro zu hocken, nicht mitzubekommen, was draußen los ist, ist nicht sonderlich inspirierend. Nur wer sich bewegt, und manchmal mit Ausdauer, findet auch neue Ideen und Wege hin zu seinem nächsten persönlichen Level.

6. Im Laufe des Spiels erhält man Erfahrungspunkte. Man wird immer weniger verwundbar. Die Dinge, die einen auf einem unteren Level behelligt haben, machen einem nun nichts mehr aus. Denn inzwischen ist man ganz andere Herausforderungen gewohnt. Das ist gut zu wissen, gerade wenn man in der Gründungsphase ist und vieles eine große Herausforderung darstellt. Mit der Zeit der eigenen Selbständigkeit wird man i.d.R. immer gelassener.

Der wichtigste Punkt überhaupt im Vergleich von WOW und Unternehmertum ist der Gedanke: Alles ist ein großes Spiel.
Wie vielen Menschen begegne ich in meinem Coachingalltag, für die die eigene Selbständigkeit eine sehr ernste, harte Angelegenheit ist. Nun mag der eine oder andere dagegen halten, dass es nun mal nicht immer ein Spaziergang ist, seine eigene Existenz zu sichern und schon gar kein witziger, wenn man am Ende des Monats nicht weiß, wie man die Miete bezahlen soll.
Dennoch: Versuchen Sie, aus ihrem Alltag ein Spiel zu machen, mit den Dingen eher spielerisch als bitterernst umzugehen.
Immerhin birgt diese Haltung die Möglichkeit einer wachsenden und vielleicht irgendwann grundsätzlichen Leichtigkeit. Wie das am Besten geht? Verabreden Sie sich zum Beispiel entweder mit Ihren Sprösslingen, Freunden oder guten Bekannten und lassen Sie sich in WOW einführen. Unter neun Millionen weltweit aktiven Spielern sollte sich der eine oder andere in Ihrem Umfeld finden lassen. Haben Sie einfach ein bisschen Spaß!

Kommentare

  • Michael Häfelinger

    Liebe Inke,

    ein herrlicher Beitrag dazu, wie man sich das Unternehmer-Dasein erleichtern kann, wenn man diesen Teil des Lebens als Spiel und sich selbst als Rollenträger begreift. Und sich klar macht, wieviel dessen, was dem Unternehmer abgefordert wird, eigentlich nur Alltagswissen ist…

    Michael

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