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Werkstatt mit Handel, ein typisches Problem:

Mittwoch, den 7. Mai 2008 von Harald v. Trotha
Kategorie: Finanzierung, Führung, Organisation

Unser Beruf als Unternehmercoach ist sehr vielfältig und abwechslungsreich, dennoch treten immer wieder ähnliche Fragestellungen auf. So hatte ich kürzlich, fast parallel, zwei Kunden mit einem ganz ähnlichen Problem. Ein Mandant betreibt eine Werkstatt mit einem Handel gebrauchter Musikinstrumente, sagen wir einmal mittelwertiger Geigen; der andere Kunde betreibt eine Werkstatt mit einem Handel gebrauchter Fahrzeuge: Liebhaberfahrzeuge des unteren Preissegments.

Bei beiden Mandanten trat nun folgendes Problem auf: sie kauften, da gerade sehr günstig (?), gebrauchte Geigen bzw. Autos an, um diese, nach einer noch erforderlichen Reparatur und optischen Auffrischung, ihrer Kundschaft anzubieten. Beide befanden sich im selben Dilemma: sie hatten ein Lager voller unfertiger Produkte, die sie weder im verkaufsfähigen noch im unfertigen Zustand mit dem Versprechen einer noch erfolgenden Reparatur an den Mann bekamen.

Folge: Große Teile des Betriebskapitals sind in „unverkäuflicher“ Ware gebunden. Für die erforderlichen Arbeiten fehlen Zeit und Material. Dies wiederum hat schließlich zur Folge, dass die tägliche Liquiditätsnot Reparaturen an fremden Gegenständen gegen Cash erforderlich macht. Der unfertige Lagerbestand tritt immer weiter in den Hintergrund; das Tagesgeschäft wird bestimmt von Arbeiten an fremden Gegenständen gegen schnelle Zahlung.

Wir haben daher den Lagerbestand priorisiert nach Aufwand für Reparatur und freiwerdender Liquidität, wenn der Verkauf erfolgt. Danach haben wir eine Rangfolge gebildet und die anstehenden Reparaturen wie Fremdaufträge in den Produktionsplan (wer kommt wann?) einsortiert. Nur so lässt sich der unfertige Warenbestand langsam in verkaufsfähige Produkte umwandeln und die Wertschöpfung und gebundene Liquidität schrittweise realisieren.

Die Korrektur der Prioritäten zeigte schnelle Erfolge: der Lagerbestand begann sich langsam wieder zu bewegen. Der reinen Lehre folgend, müsste der eigene Warenbestand in der Werkstatt immer Priorität Nr. 1 haben, da neben der mit der Arbeit verbundenen Wertschöpfung immer auch gebundene Liquidität frei wird. Dies bedeutet ganz praktisch, dass Sie besser 1000 € ins eigene Lagerstück investieren, als Reparaturen für 1000 € an einem fremden Gegenstand ausführen. Und weiter: lieber 1000 € ins Lagerstück investieren, als ein weiteres, unfertiges „Schnäppchen“ für 1000 € anschaffen. Probieren Sie’s mal aus.

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