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Raketenantrieb für die eigene Motivation

Montag, den 25. Februar 2008 von Inke Schulze-Seeger
Kategorie: Psychologie, Erfolg & Motivation, Selbst- und Zeitmanagement

Das Jahr ist bereits zwei Monate alt. Sie haben vielleicht einen Vorsatz am Anfang des Jahres gefasst, sich Ziele gesetzt, vielleicht sogar den einen oder anderen Plan verfasst, wie Sie vorgehen wollen. Vielleicht schauen Sie jetzt zurück und merken, dass es bisher gut geklappt hat, ihre Ziele umzusetzen. Vielleicht gestehen Sie sich aber auch ein, dass alles doch nicht so funktioniert hat, wie Sie es sich vorgestellt hatten. Woran liegt das? Vielleicht daran, dass Sie sich falsch motivieren? Doch was bedeutet das? Wie kann man sich richtig oder falsch motivieren?

Zunächst einmal müssen wir anerkennen, dass wir alle sehr unterschiedlich sind. Wenn Ihnen jemand sagt, wie sie Ihre Ziele umsetzen sollten, ist er schon deswegen auf dem Holzweg, weil es per se keinen richtigen Weg gibt. Es gibt nur Ihren Weg. Und es wäre vermessen, wenn jemand wüsste, wie Sie funktionieren. Da ich in meinem Coaching-Alltag mit vielen Menschen zusammenarbeite, weiß ich wie unterschiedlich viele vorgehen, um voran zu kommen oder sich zu verändern. Die, die sich leichter tun, wissen bei sich ein paar Motivationsknöpfe zu drücken. Der Schlüssel ist es also zu wissen, was einen selbst motiviert.
Auf diese Frage stoße ich selbstverständlich auch immer bei mir selbst. In den letzten vier Monaten habe ich zum Beispiel ein Buch geschrieben, was für mich eine große Herausforderung in Bezug auf mein Durchhaltevermögen war. Ich bin häufig an die Grenzen meiner Belastbarkeit gestoßen, und doch habe ich es irgendwie geschafft, das Skript fertig zu schreiben. Das Irgendwie hat mich sehr interessiert. Zum Beispiel hat mich motiviert, dass ich einen Abgabetermin hatte. Das Skript musste Ende Februar fertig sein. Das hieß, dass ich meine Zeit so einteilen musste, dass ich den Termin schaffen würde. Als ich merkte, dass ich langsam keine Luft mehr hatte, habe ich mich strikt an die Zeiten gehalten, die ich für das Schreiben geblockt hatte. Ich war erstaunt über eine ungeahnte ausdauernde Disziplin, die ich so bei mir nicht gekannt hatte.
Nun ist es leichter, sich zu motivieren, wenn ein Termin von außen gesetzt wird. Wie ist es aber, wenn von außen gar kein Druck ausgeübt wird, es lediglich unserer eigener Wunsch ist, voran zu kommen? Ich habe in den letzten Monaten gelernt, dass ein Endtermin mir offensichtlich helfen kann, meine Zeit zu organisieren und einzuteilen und vor allem, an der Aufgabe dran zu bleiben. Außerdem kann man Druck von außen herstellen, indem man Partner und Bekannten mitteilt, dass man sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas vorgenommen hat.Das klappt bei mir, muss aber nicht bei Ihnen funktionieren.Hier sind Beispiele von Motivatoren, die Sie für sich bewerten sollten. Vergeben Sie einfach Schulnoten. Ich würde meinem Motivator „Endtermin setzen“ eine 1 geben. Was mir während der Zeit des Schreibens auch geholfen hat, war Feedback zu bekommen, mich mit Menschen zu unterhalten, die das eine oder andere Kapitel gelesen hatten und mir eine Rückmeldung dazu zu gaben. Diesem Faktor bewerte ich ebenfalls mit einer 1. Menschen, die einen unterstützen, sind für viele enorm wichtig. Allein aus diesem Grund arbeiten manche im Team besser, oder wir als Coaches werden gebucht. Mit einem Trainer für den Marathon zu trainieren ist viel einfacher, als seinem Trainingsplan allein durchzuhalten. Andere schaffen es aber trotzdem ganz wunderbar ohne Unterstützung von außen. Sie haben wiederum andere Motivatoren.
Für viele sind Ruhm und Ehre ein wichtiger Motivator, oder die Angst, das Gesicht zu verlieren, wenn man etwas nicht schafft oder etwas nicht perfekt ist. Dann gibt es Motivatoren wie Schuldgefühle, Strafpredigten und natürlich der Wettbewerb. Besser zu sein kann ein wichtiger Antreiber sein. Für einige Menschen ist es genau anders herum. Für sie ist es demotivierend, sich in einer Wettbewerbssituation zu befinden. Belohnung ist außerdem ein häufiger Motivator.
Die, die abnehmen wollen, versuchen sich manchmal dadurch zu motivieren, dass Sie sich nach einem bestimmten Gewichtsverlust belohnen werden, vielleicht mit einer neuen Garderobe. Ich weiß von mir selbst, dass mich das zum Beispiel überhaupt nicht motiviert, eine Diät durchzuhalten! Dieser Motivator bekommt von mir eine glatte 5.Viele motiviert der Glauben an etwas, Leidensdruck, Herausforderungen, mutig sein, Risiken eingehen. Andere Motivationsfaktoren sind Rache, Schamgefühl, Angst, Druck, Selbstverwirklichung.
Eine meiner Kundinnen, deren Traum es war, Schriftstellerin zu werden, war schier überwältigt von der Aufgabe, nicht nur zu schreiben, sondern alles zu tun, um irgendwann einen Roman zu publizieren. Da einer ihrer Motivatoren „Perfektionismus“ war, war es für sie noch einmal eine Runde schwerer, ihre Aufgabe anzugehen. Sie war so blockiert, dass sie es sogar aufgegeben hatte zu schreiben. Ihr half lediglich, die Aufgabe in Minischritte und Zwischenziele einzuteilen. Der erste Schritt war, für eine Geschichte einen plausiblen Plot zu finden. Dafür gab Sie sich eine Woche. Danach gab Sie sich vier Wochen, um eine Kurzgeschichte zu schreiben. Dann wollte Sie sich mit einem Schreibcoach zusammentun, um sich Feedback einzuholen und ihren Stil zu verbessern, bzw. besser einschätzen zu können, ob sie wirklich Talent hatte und ob ihr Lebenstraum realistisch war. Danach wollte Sie sich eine Gruppe von anderen Autoren suchen, um sich Motivation durch die Gruppe zu holen. Außerdem zog sie in Erwägung, mit Ihrem Arbeitgeber eine 30-Stunden-Woche zu verhandeln, um mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Sie gab sich sechs Monate, um zu entscheiden, ein Studium anzufangen, nämlich dann, wenn Sie das Gefühl haben würde, dass Sie es schaffen könnte. Sie wusste sogar, wann Sie sich einen Literaturagenten suchen würde. Ein Schritt folgte dem anderen. Auf einem Mal war ihr sehnlichster Wunsch, Schriftstellerin zu werden, gar nicht mehr so unerreichbar. Da sie sich mit jedem Schritt auch die Option erhielt auszusteigen, wenn Sie den Eindruck hatte, dass ihr Talent nicht ausreichen würde, wurde der Preis, den Sie vermeintlich für das Erreichen des Ziels, aber auch für das Scheitern zahlen musste, wesentlich geringer. Für sie war also der Motivator „kleine Schritte gehen“ der richtige.

Machen Sie sich eine Liste von unterschiedlichen Motivatoren und bewerten Sie sie, ob sie für Sie funktionieren. Unterscheiden Sie dabei nach Motivatoren, die aus ihnen herauskommen und denen, die von außen gesteuert werden. Die Motivatoren, die von außen kommen, wie z.B. Belohnung, funktionieren häufig nur kurze Zeit. Die Motivatoren, die von Innen heraus kommen, wie zum Beispiel „Selbstverwirklichung“, haben eine längere Lebensdauer. Suchen Sie außerdem nach einer Kombination von Motivatoren, die Sie bei Ihrem nächsten Vorhaben anwenden. Fragen Sie sich für die Umsetzung, was notwendig ist, welche Umstände Sie schaffen müssen, um ihre persönlichen Motivatoren zum Zug kommen zu lassen. Viel Glück!

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