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Intuition (Teil 3)

Montag, den 21. Juli 2008 von Sonia Flöckemeier
Kategorie: Marketing

Die Behauptung, dass wir die Gewohnheit annehmen sollen, gründlich zu bedenken, was wir tun, ist ein völlig abwegiger Gemeinplatz, der dessen ungeachtet in zahllosen Büchern und Vorträgen prominenter Leute immer wiederkehrt. Es verhält sich genau umgekehrt. Die Zivilisation erzielt ihren Fortschritt, indem sie die Zahl der wichtigen Vorgänge vermehrt, die wir ohne Nachdenken ausführen können.

Alfred North Whitehead, Mathematiker und Philosoph


Sicher geht es Ihnen auch so, dass Sie Ihr Bauchgefühl anderen nicht gut erklären können; es erscheint rätselhaft, kann rational nicht begründet werden und Sie können nicht beschreiben, wie es entstanden ist.

Bauchgefühle sind das, was wir erleben. Sie tauchen plötzlich im Bewusstsein auf; wir verstehen nicht, warum wir sie haben, sind aber dennoch bereit, nach ihnen zu handeln.

Für die Entstehung der Bauchgefühle sind Faustregeln verantwortlich. Diese Faustregeln sind jahrtausendelang gewachsene Instinkte, die jeder von uns hat und die uns verraten, was andere wünschen, welchem Produkt wir trauen können und in welche Richtung wir laufen sollen.

Umweltstrukturen wiederum bestimmen, wie gut diese Faustregeln funktionieren. Das entstehende Bauchgefühl ist weder gut noch schlecht, sondern sein Wert hängt von dem Kontext ab, in dem diese Regel verwendet wird. Da diese Instinkte aus unserer frühen Stammesgeschichte stammen, werden sie ausgelöst, ohne dass wir überprüfen, ob die Regel in der Gegenwart noch angemessen ist.

Intuitiv getroffene Behauptungen erscheinen unlogisch, führen aber dennoch oft zu guten und richtigen Einschätzungen und Entscheidungen.

Lassen Sie mich einige Beispiele erzählen:

  1. Sie sollen über eine Person, die sich offen für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit engagiert und an politischen Demonstrationen teilnimmt, folgende Aussage treffen: „Sie ist Bankangestellte“ oder: „Sie ist Bankangestellte und in der Frauenbewegung aktiv“.
    Vermutlich würden Sie sich wie die meisten Menschen intuitiv für die zweite Alternative entscheiden. Nach den Gesetzen der Logik ist das falsch: Danach kann die Konjunktion zweier Ereignisse nicht wahrscheinlicher sein als eines von ihnen allein. Eine Teilmenge kann nie größer sein als die Gesamtmenge.
  2. Das Sprachverständnis spielt uns mitunter einen Streich. Das Wort „und“ ist kommutativ, das heißt: „a und b“ ist gleich „b und a“. Das entspricht aber nicht unserem natürlichen Sprachverständnis. Betrachten Sie einmal die folgenden Sätze:
    Petra und Paul heirateten, und Petra wurde schwanger. Petra wurde schwanger, und Petra und Paul heirateten. Intuitiv wissen wir, dass die beiden Sätze unterschiedliche Botschaften vermitteln. Im ersten Satz folgt die Schwangerschaft auf die Eheschließung, während der zweite Satz vermuten lässt, dass die Schwangerschaft der Grund für die Hochzeit war. Das Wort „und“ kann eine zeitliche oder ursächliche Beziehung bezeichnen, die nicht kommutativ ist.

Würde unsere Intuition hingegen logisch arbeiten und das Wort „und“ als Operator „und“ verstehen, würden wir die unterschiedliche Bedeutung der beiden Sätze nicht wahrnehmen.

Woher wissen wir auf einen Blick, was „und“ im jeweiligen Kontext bedeutet? In diesem Beispiel werden die drei Kennzeichen von Intuition unmittelbar deutlich: Ich weiß die Bedeutung sofort, ich handele danach, aber ich weiß nicht, woher ich das weiß.

Da ein einziger Satz als Kontext genügt, müssen die Hinweise vom Inhalt des Satzes geliefert werden. Das sind die interessanten unbewussten Prozesse, die wir nur zum Teil verstehen, die unsere Intuition aber innerhalb eines Augenblicks meistert.

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