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Unternehmer und Identität (2)

Sonntag, den 19. April 2009 von Inke Schulze-Seeger
Kategorie: Identität, Corporate Identity, Marke, Psychologie, Erfolg & Motivation

Sie sind Unternehmer geworden, um sich in irgendeiner Weise zu verwirklichen, d.h. eine großartige Idee zu umzusetzen oder genau das zu tun, was den eigenen Talenten und Fähigkeiten entspricht. Falls Sie zu letzterer Kategorie Unternehmer gehören, nehme ich mal an, dass Sie mehr oder weniger glücklich in Ihrem Job sind, weil Sie jeden Tag genau der sein können, der Sie sein wollen – ein Unternehmer. 
Oder spüren Sie manchmal, dass Sie zwar gern erfolgreich als Unternehmer sind, sich aber trotzdem in Ihrer Haut nicht mehr wohl fühlen? Oder fühlen Sie sich in Ihrer Haut nicht mehr wohl  und sind deswegen auch nicht mehr erfolgreich?
Oft ist dieser Zustand gepaart mit der Sinnfrage: Warum tue ich das hier eigentlich? Was will ich eigentlich wirklich? 

 

Die Identität hinterfragen 

Über den Tellerrand unserer eigenen Existenz als Unternehmer hinauszublicken, ist nicht einfach. Der Zustand der Unzufriedenheit fühlt sich nicht besonders gut an, aber an das Eingemachte zu gehen und Wahrheiten über sich selbst und seinen Weg heraus zu finden, könnte unter Umständen noch unangenehmer sein. Die Frage, welchen Preis man erst zahlen müsste, sollte man sich tatsächlich verändern, verursacht zusätzliches Unbehagen.
Den vermeintlichen Preis für Veränderung schätzen wir unbewusst erst einmal als sehr hoch ein. Wir müssten unsere Komfortzone verlassen, sprich, unseren Allerwertesten bewegen und Sicherheiten aufgeben. Dazu ist nicht jeder bereit. Aber selbst wenn die Bereitschaft da ist, gibt es noch tausend andere Gründe, sich nicht zu verändern, selbst wenn es noch so schmerzt, im alten Zustand zu verharren.

 

Im Coaching der Unzufriedenheit auf den Grund gehen

Häufig arbeite ich im Coaching mit Menschen, die aufgrund der oben beschriebenen Unzufriedenheit zu mir kommen und in der Regel keine Antworten darauf haben, was sie wirklich wollen. Sie wissen, dass sie nicht glücklich sind, können aber das Problem nicht sofort benennen.

Mit dem Unternehmer versuche ich die Antwort darauf, was er will, zunächst dadurch einzugrenzen, indem ich ihn formulieren lasse, was er alles nicht will. Ich nenne das die „Jammerstunde“. Natürlich lasse ich keinen Unternehmer mit der Aussage davonkommen: „Alles ist Mist!“ Ich bitte denjenigen dann zu formulieren, was genau Mist ist. „Ich hasse es, zwölf Stunden am Tag zu arbeiten.“ Ich bitte ihn genau zu sagen, wie lange er lieber arbeiten möchte. „Höchsten vier bis sechs Stunden.“ Das ist ein konkretes Ziel. Nun sehen wir, was zu tun ist, damit der Betroffene nur noch vier bis sechs Stunden arbeitet. Wir untersuchen, welche Konsequenzen das hätte. Wir untersuchen Wege, wie der Unternehmer seine Arbeit neu strukturieren oder organisieren müsste. Wir betrachten außerdem, ob eventuelle finanzielle Einbußen aufgefangen werden können, oder ob ein niedrigerer Lebensstandard akzeptabel ist. Das Ergebnis des Coachings ist auf jeden Fall, dass der betroffene Unternehmer besser beurteilen kann, ob er den Zustand der Unzufriedenheit auflösen kann oder nicht, indem er an der einen oder anderen Schraube seiner unmittelbaren Umstände dreht. Oft ist das der Fall, aber nicht immer. Dann liegen die Gründe für die Unzufriedenheit tiefer. Es geht um die Frage, was ist meine Identität? Bringe ich all meine Talente und Fähigkeit in meinen Beruf als Unternehmer ein, oder liegen einige davon brach. Doch welches sind das? Wer bin ich? Wer will ich in Zukunft sein?

 

Die Identität von äußeren Umständen trennen

Zunächst sollte der Unternehmer sich vergegenwärtigen, was eigentlich richtig gut läuft und wovon er, falls er seine eigene Situation verändert, durchaus profitieren kann. Das sind nämlich all die Erfahrungen, die er im Laufe der Jahre gemacht hat, Fähigkeiten und Lerninhalte, die er sich in seiner Laufbahn als Unternehmer angeeignet hat, und natürlich die eigenen Talente. Im Kern trägt all dies nämlich im wesentlichen zu seiner Identität bei.

Was der Unternehmer jedoch nicht unbedingt in die Zukunft, in eine veränderte Situation übertragen kann, sind die äußeren Umstände, in denen diese Eigenschaften bisher ihren Platz hatten. Die gibt man in der Regel auf oder man verändert sie. Das können Status sein, die Zugehörigkeit zu einem System und damit verbundene Werte, ein bestimmter Lebensstil oder Anerkennung anderer aufgrund dieser äußeren Umstände. Es kann sogar die Identität als Unternehmer sein. Dieses an Umständen hängen, kann Blockaden verursachen, die im Coaching aufgedeckt und aufgelöst werden können.

 

Mit der wahren Identität auf zu neuen Ufern

Einem Unternehmer, der ein kleines Unternehmen in der IT-Branche aufgebaut hatte, war sein Alltag zur Qual geworden. Nach einer Weile stellte sich im Coaching heraus, dass er in Wirklichkeit immer schon im Bereich Journalismus und Fotografie tätig sein wollte, sich aber nie getraut hatte. Die Tatsache, dass er die äußeren Umstände seines Jobs dafür aufgeben musste, um die neue Laufbahn einzuschlagen, fiel ihm erst schwer. Er empfand die Entscheidung, von einem erfolgreichen Unternehmer sich eine neue Existenz als Fotojournalist auszubauen, zunächst als Abstieg. Als dem Unternehmer diese Abhängigkeit von äußeren Umständen, seinem Statusdenken, klar wurden, fing er an, anders darüber zu denken und setzte Energien für eine Veränderung frei.

Wenn Sie als Unternehmer also das Gefühl haben, dass äußere Umstände und die Abhängigkeit davon Sie davon abhalten, ihr Leben oder ihrer Selbständigkeit die Richtung zu geben, die Sie sich wünschen, dann sollten Sie sich bewusst machen, dass Äußerlichkeiten eine Illusion sind. Die Inhalte zählen, ihre eigene Identität, die sich immer wieder durchsetzen wird. Ein Coaching kann Ihnen dabei helfen, diese auf den Punkt zu bringen.

Wenn Sie als Unternehmer unzufrieden sind, stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Was genau gefällt mir derzeit an meiner Arbeit als Unternehmer nicht?
  • Was will ich stattdessen?
  • Was kann ich sofort tun, um das umzusetzen, was ich will?
  • Was sind meine Stärken, meine Talente und Fähigkeiten?
  • Welche davon, kann ich in meiner Arbeit als Unternehmer nicht einbringen?
  • Wie würde es sich anfühlen, diese Stärken leben zu können?
  • Welche Umstände müsste ich dafür aufgeben?

(Fortsetzung folgt)

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