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Arbeiten bis der Arzt kommt (1)

Sonntag, den 1. November 2009 von Inke Schulze-Seeger
Kategorie: Gründung, Psychologie, Erfolg & Motivation, Selbst- und Zeitmanagement

Woher kommt eigentlich die Annahme, dass Unternehmensgründer bis zu fünfzig Stunden in der Woche arbeiten müssen, um Ihr Unternehmen zum Fliegen zu bringen? Denn ein solcher Glaubenssatz kann
die Betroffenen schon unter Druck setzen, bevor sie das Abenteuer Selbstständigkeit angehen.

Egal, woher dieser Glaubenssatz kommt, wenn ich als Gründer diese Überzeugung annehme, neige ich dazu, mir eine Fünfzigstundenwoche schon deshalb aufzuhalsen, um mir wenigstens das Gefühl zu geben, dass ich produktiv bin, wenn sich der Erfolg noch nicht richtig einstellen will. Was ich genau in diesen fünfzig Stunden schaffe, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das Ergebnis des Leistungs- und Zeitdrucks ist Stress, mit dem jeder unterschiedlich gut umgeht. Nebenbei gesagt, das trifft nicht nur auf Gründer zu, sondern auch auf etablierte Unternehmer.

Wer sagt denn, dass wir uns zu Tode arbeiten müssen? Wer behauptet, dass wir den ganzen Tag produktiv sein müssen? Ist das manchmal nicht wie eine Art Daseinsberechtigung? Beschäftigt zu sein und sich dabei um jeden Preis anzustrengen, scheint eine Bedingung für Erfolg zu sein: „Schaut her! Ich bin so beschäftigt, also ist mein Unternehmen erfolgreich. “
Das, was wir dabei nicht tun, ist unsere vermeintliche Produktivität zu hinterfragen: Was genau erreiche ich mit dem Abarbeiten der unzähligen Punkte auf meinen To-do-Listen wirklich? Wie wichtig sind die Dinge, die so dringend erledigt werden müssen? Sind sie alle so wichtig, dass nur ich sie erledigen kann? Nutze ich meine Zeit wirklich effektiv?
Das Gefühl, sich jeden Tag ein Bein auszureißen, sich ständig im Hamsterrad zu befinden, trägt dazu bei, dass wir uns auf Dauer ausgebrannt und unglücklich fühlen, vor allem dann, wenn wir anfangen zu überlegen, wofür wir das alles tun. Es geht dabei nicht nur um Unternehmensziele, die wir durch die Abarbeitung unser langen Listen zu erreichen glauben. Es geht um das Hinterfragen der einzelnen Maßnahme. Denn wenn wir all diese auf den ersten Blick wichtigen und dringenden Aufgaben betrachten, könnten wir feststellen, dass einige keinem wirklichen Ziel dienen, außer dem, die Hoffnung zu nähren, vor uns selbst beschäftigt und produktiv zu wirken und in der Folge hoffentlich erfolgreich zu sein.

Wenn wir ernsthaft anfangen, unseren Alltag effektiv zu gestalten, kann das zur Folge haben, dass wir uns eine Menge Freiräume schaffen. Das Problem mit Freiräumen ist, dass wir sie gern wieder vollladen mit Dingen, die wir schon lange machen wollten, um uns ja nicht den Zustand der Produktivität zu nehmen. Solche Freiräume können zum Beispiel bedeuten, endlich mal wieder in aller Ruhe Mittag zu essen. Morgens eine Stunde später zur Arbeit zu gehen oder ein paar Stunden vor Mitternacht den Rechner herunterzufahren, um noch einige Seiten in einem guten Buch zu lesen. Mit der Familie zu Abend zu essen oder endlich wieder Zeit zum Sport zu haben. Mit den Kindern Lego zu spielen oder sich mit Freunden einfach treiben zu lassen. Die Balance zu schaffen zwischen unserem Job und Angelegenheiten wie zum Beispiel soziale Beziehungen zu pflegen, sich um uns selbst, um unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele zu kümmern, wird dabei zur Herausforderung. Das Blöde ist nur, dass manche glauben, dass es völlig unakzeptabel ist, wenn man sich Freiräume für sich selbst schafft. So kann es natürlich nichts werden, unser Unternehmen auf Erfolgskurs zu bringen, glauben wir und zahlen den Preis dafür, uns nicht mit den Dingen zu beschäftigen, die uns neben dem unserem Job entspannen.

Man kann zunächst überprüfen, wie weit man Arbeit effektiver gestalten kann. Fangen Sie damit an, sich konkrete Ziele zu setzen. Fragen Sie auch, welchem übergeordneten Ziel die jeweils definierten Ziele dienen sollen. Unterscheiden Sie außerdem zwischen Zielen und Aufgaben. Aufgaben bedienen konkrete Ziele. Wenn Sie Ihre Ziele definiert haben, fällt es Ihnen leichter, die Aufgaben dafür festzulegen. Wenn Sie anfangen, Aufgaben nach ihren Zielen zu hinterfragen, werden Sie schnell feststellen, wie viele überflüssige Aufgaben Sie von Ihrer Liste streichen können. Wenn Sie sich außerdem fragen, wie viele Aufgaben Sie delegieren können, wird Ihre Liste noch wesentlich kürzer werden.
Wenn wir einsehen, dass wir unsere Produktivität gegen Effektivität eintauschen können, werden wir erfolgreicher sein. Effektivität heißt, Ziele zu erreichen. Effektivität heißt, dass wir mehr erreichen können, weil wir aufhören, uns mit unwichtigen Dingen zu beschäftigen…

Die Fortsetzung dieses Beitrags folgt am 8. November

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