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Kommunikation dechiffrieren mit der Transaktionsanalyse (I)

Donnerstag, den 15. Juli 2010 von Michael Häfelinger
Kategorie: Personal, Psychologie, Erfolg & Motivation

Konflikten gehen häufig Fehler in der Kommunikation voraus. Dabei gilt es insbesondere darauf zu achten, was neben der Sachinformation über die verbale und non-verbale Ebene transportiert wird. Ein wichtiger Aspekt sind dabei die zwischenmenschlichen Rollen, die über die Kommunikation ausgedrückt und manifestiert werden. Die Transaktionsanalyse liefert ein Werkzeug, um diese Kommunikationsstrukturen aufzudecken.

Der kanadische Psychiater Eric Berne (1910–1970) hat die Transaktionsanalyse (oft kurz nur TA) aus der Psychoanalyse abgeleitet. Bekanntheit erlangte die Transaktionsanalyse durch das Buch „Ich bin o.k. – Du bist o.k.“ von Bernes Mitarbeiter Thomas A. Harris. Um einen Einwand über die folgenden Darstellung vorweg zu nehmen: Hier soll kein wissenschaftlich umfassender Abriss über die Transaktionsanalyse und ihre Methoden erfolgen. Ziel dieses Beitrags ist es, den Grundgedanken vorzustellen, um dem geneigten Leser einen anderen Blickwinkel auf die eigene und fremde Kommunikation zu eröffnen.

Der Grundgedanke der Transaktionsanalyse

Dass Kommunikation immer auch einen Beziehungsaspekt beinhaltet, habe ich bereits in meinem Beitrag zum Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun deutlich gemacht. Dort ging es im Wesentlichen darum, dass in der Kommunikation neben der Sachebene der Information etwas über die Beziehung der beiden Kommunikationspartner ausgesagt wird. Dabei wird allerdings die Macht innerhalb der Kommunikation nicht thematisiert.

Die Transaktionsanalyse macht deutlich, dass mit der Kommunikation aus bestimmten Zuständen heraus – dazu später mehr – Rollen im Verhältnis der Kommunikationspartner eingenommen werden. Über die Kommunikation können also Rollen manifestiert werden, in denen sich sehr wohl Macht ausdrückt und die sich am Ende im jeweiligen Verhalten niederschlagen.

Das Struktur-Modell der Ich-Zustände

Die Transaktionsanalyse geht davon aus, dass jeder Mensch aus drei verschiedenen Ich-Zuständen heraus (re)agiert und kommuniziert. Das Ich-Zustands-Modell nach Eric Berne kennt die in folgender Tabelle dargestellten Zustände. Dabei ist zu beachten, dass dies direkt keine Rollen sind. Die Zustände sind zunächst einmal situationsgebunden, Rollen sind demgegenüber verfestigte Strukturen.

Abk. Bernes Begriff Populär-Begriff Fühlen, Denken, und Verhalten orientieren sich an
EL Exteropsyche Eltern-Ich von Autoritätspersonen (z.B. Eltern) übernommenem Verhalten
ER Neopsyche Erwachsenen-Ich rationalen Gesichtspunkten der Situation und der Realität (selbst bewusst =erwachsen)
K Archeopsyche Kind-Ich an der eigenen Emotions- und Bedürfnislage (=kindlich)

Die Nähe zu Freuds Strukturmodell der Psyche ist unübersehbar. Freud unterscheidet fast analog zwischen den drei Instanzen

  • normengetriebenes Über-Ich (entspricht Eltern-Ich),
  • rationales Ich (entspricht Erwachsenen-Ich) und
  • emotional, triebgesteuertes Es (entspicht dem Kind-Ich).

Die zentrale Idee der Transaktionsanalyse ist nun, dass im Verhalten und in der Kommunikation eines Menschen immer ein Zustand vorherrscht. Der Mensch agiert in einer Situation also vorwiegend aus dem Eltern-Ich, dem Erwachsenen-Ich oder dem Kind-Ich heraus. Typische Verhaltensweisen für die jeweiligen Zustände wären beispielsweise:

  • Eltern-Ich: fürsorglich, kritisch, gönnerhaft
  • Erwachsenen-Ich: logisch-rational, überlegt
  • Kind-Ich: gefühlsbetont, unterwürfig, rebellisch

Für die Analyse des eigenen Verhaltens ist dieses Struktur-Modell bereits sehr hilfreich.

Spannend ist dabei nun, dass durch das Einnehmen eines Zustandes der Person A in Person B ein bestimmter Zustand angesprochen wird. Die Analyse dieser Transaktionen im Funktionsmodell und deren Folgen ist Thema des nächsten Beitrags.

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