Jeder von uns kennt die unkalkulierbaren Risiken und Kosten gerichtlicher Außeinandersetzungen. Und jeder weiß, daß zum erfolgreichen Prozessieren Geld und Durchhaltevermögen gehört. Anders ist dies bei der Mediation, dies ist der selbstbestimmte Weg der Konfliktlösung, der auch in Europa stark an Bedeutung gewonnen hat.
Was ist also Mediation?
Mediation, als außergerichtliche Konfliktlösung, ist ein strukturiertes Verfahren zur Beschreibung von Konfliktpositionen, zur Erarbeitung von Interessenslagen und zur Formulierung von einvernehmlichen Lösungen. Das Verfahren wird geleitet durch einen ausgebildeten Mediator/-in, der auf den korrekten Ablauf und die vereinbarten Regeln achtet.
Das Mediationsverfahren steht unter einem ethischen Selbverständnis: (Auszug, mehr z.B. hier)
- Menschenbild: in jedem Mensch ist das Potential zum Umgang mit und zur Lösung eigener Konflikte vorhanden.
- Geschützter Rahmen: er ermöglicht, sich auf den Prozeß der Lösungssuche einzulassen und Gewalt auszuschließen.
- Allparteilichkeit und Fairness: die Bedürfnisse aller Parteien erfahren den gleichen Respekt.
- Einfühlung und Ermutigung: Einfühlung in die jeweilige Lage der Konfliktparteien und Achtung der Gefühle aller Beteiligten.
- Vertraulichkeit und Vertrauen: Stillschweigen über Person und Verfahren.
- Freiwilligkeit: aller Teilnehmer an dem gesamten Verfahren.
- Professionalität: Ausbildung und sorgfältige Vorbereitung im Interesse aller Konfliktparteien.
Das Verfahren der Mediation findet heute vielfältig Anwendung in Familie, Organisation, Unternehmen, Schule, Nachbarschaft, Ehe, Politik u.v.m. . Es ist gekennzeichnet von der durch die Parteien gemeinsam erarbeiteten Konfliktlösung, in deren Mittelpunkt der Interessensausgleich steht. Der Mediator leitet das Verfahren, arbeitet jedoch nicht inhaltlich an der Konfliktlösung. Er unterbreitet keinen Lösungsvorschlag (Schlichter) und spricht kein Recht (Schiedsgericht).
Ich befinde mich derzeit in der Ausbildung zum Mediator und werde zukünftig regelmäßig auch über Konflikte und deren Lösung berichten.
Berlin / Brandenburg, den 13. Februar 2012