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Das neue Brief-Porto der Post – Usability-Check failed

Montag, den 28. Januar 2013 von Michael Häfelinger
Kategorie: Marketing

Nach 15 Jahren erhöht die Post das Porto für Briefe. Die Erhöhung als solche finde ich im Rahmen, aber sie bringt das Preisgefüge durcheinander. Weil kein Preis zum anderen passt, können Briefmarken nicht kombiniert werden, fast für jedes noch so seltene Format braucht es also eine eigene Marke. Extrem kundenunfreundlich – Usability Check failed! Das Dumme dabei: Die Post wusste es schon mal besser!

Die Entwicklung der Portopreise

Im Jahr 2003 hatte die Bundesnetzagentur als zuständige Regulierungsbehörde dem Monopolisten Post eine Preissenkung „aufs Auge gedrückt“. Die Deutsche Post sprach bei der Preisanpassung damals von einer verbraucherfreundlichen Glättung der Preise. Diese ungeraden Preise waren durch die Euro-Umstellung erforderlich geworden, weil für eine Übergangsfrist möglich sein sollte, die alten DM-Briefmarken weiter zu verwenden.

Zum 1.1.2006 wurden die Preise von Kompakt- und Großbrief nochmals angepasst auf die zuletzt gültigen 0,90 bzw 1,45 Euro. In einer Pressemitteilung hieß es:

Die geringfügige Preissteigerung beim Großbrief Deutschland um +0,7% auf 1,45 Euro (bisher 1,44 Euro) entspricht einer Preisrundung auf übliche 5 Cent Schritte bei Basispreisen. Damit wird die Kombination von Postwertzeichen erleichtert.

Die Preisentwicklung ist in folgender Tabelle überblickshaft dargestellt:

DM Euro
bis 31.12.2001 ab 1.1.2002 ab 1.1.2003 ab 1.1.2006 ab 1.1.2013
Postkarte 1,00 0,51 0,45 0,45 0,45
Standardbrief 1,10 0,56 0,55 0,55 0,58
Kompaktbrief 2,20 1,12 1,00 0,90 0,90
Großbrief 3,00 1,53 1,44 1,45 1,45
Maxibrief 4,40 2,25 2,20 2,20 2,40

Die Kundenfreundlichkeit der alten Preise

Die alten Preise waren aus Sicht der Nutzer in der Tat clever gestaltet: Mit den beiden Baiswerten 45 und 55 Cent ließen sich alle andere Werte erzeugen: Der Kompaktbrief mit zwei 45er Marken, der Großbrief mit zwei 45er und einer 55er Marke. Der Maxibrief schließlich benötigte vier 55er-Marken. Für die Praxis des Otto-Normal-Haushalts bedeutete das: ein dicken Stapel mit 45er und 55er-Marken gekauft und alle Porti liegen quasi in der Schublade.

Das Chaos beim neuen Briefmarkenporto

Wie beim Porto von 58 ct schon klar wird: Nichts davon geht mehr. Allein diese Erhöhung sorgt schon dafür, dass nichts zusammenpasst. Lediglich der Kompaktbrief lässt sich nach wie vor mit den zwei Postkarten-Märkchen abbilden.  Der Großbrief mit seinen 1,45 wird nun mit 2x Postkarte und 1x Standardbrief um 3 ct (2,1%) überschritten, aber wenigstens transportiert. Der Maxi-Brief mit seinen 2,40 wird mit 4 x 58 ct nicht mehr erreicht. Die günstigste Kombination sind 3 x 45 plus 2 x 58 = 2,51 Euro, immerhin schon 11 ct (4,6%) zu viel. Ein Schelm, wer Böses vermutet…

Der Ausweg

Der einfachste Weg wäre gewesen, die Porti so zu ändern, dass sie aus den ersten beiden Briefmarken zu erzeugen sind. Wenn schon schräg, dann bitte alle Preise. Der Großbrief würde bei der obengenannten Stückelung dann 1,48 kosten, also 3 ct mehr, der Maxibrief 2,32, also 8 ct weniger. Weil der Großbrief sicher dreimal häufiger ist als der Maxibrief, wäre das vom Umsatz her ziemlich ähnlich, aber eben kundenfreundlich. Damals 2006 hatte die Post die Kundenfreundlichkeit noch im Sinn, aber um es frei nach Konrad Adenauer zu sagen: „Was interessiert uns unser Geschwätz von gestern“.

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