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Preiskalkulation: Grundlagen

Montag, den 26. November 2007 von Sonia Flöckemeier
Kategorie: Controlling, Gründung, Marketing

Vor zwei Wochen habe ich ein Verfahren beschrieben, das so funktioniert: Ermitteln Sie über ein Jahr Ihre Kosten, schlagen Sie Ihren kalkulatorischen Unternehmerlohn drauf, dazu kommt Ihr Gewinn und dann teilen Sie den Gesamtbetrag durch die durchschnittlich zu erwartenden Stunden oder Aufträge. Und haben dann einen Preis für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung. Eine Möglichkeit unter vielen.

In dem geschilderten Fall gehen Sie von den Kosten aus und ermitteln auf dieser Grundlage einen Preis. Dieser kann erheblich von dem durchschnittlichen Marktpreis abweichen und Sie werden ihn nie erreichen. Dennoch: Im Preisfindungsprozess halte ich diesen Ansatz für wichtig, ermöglicht er doch die Sicht aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel.

Welche anderen Verfahren der Preiskalkulation können Sie noch anwenden?

Traditionell unterscheiden wir Kalkulationsverfahren wie die Divisions- und Zuschlagskalkulation. Bei der Divisionskalkulation werden die Selbstkosten eines Produktes dadurch ermittelt, dass die Gesamt-Kosten durch die Gesamt-Mengen in einem definierten Leistungszeitraum dividiert werden. Die Zuschlagskalkulation sieht vor, dass die Gemeinkosten (alle Kosten, die sich keiner bestimmten Bezugsgröße exakt zurechnen lassen) als Zuschäge auf die einzelnen Produkte verteilt werden.

Beide Systeme eignen sich nur für die Kalkulation von Produkten, nicht jedoch von Dienstleistungen. Auch gelangen Sie mit diesen traditionellen Verfahren schnell an Ihre Grenzen, wenn Sie viele verschiedene Produkte herstellen und entscheiden müssen, wie Sie welchen Anteil der Gemeinkosten zuschlagen sollen.

Neuere Systeme sind die Prozesskosten- und Deckungsbeitragsrechnung sowie das Target Costing. Alle drei Kalkulationssysteme werde ich in den nächsten Wochen detailliert vorstellen. Hier nur ein kurzer Überblick:

  • Mit der Prozesskostenrechnung haben Sie ein Kostenrechnungssystem, das Ihnen die Planung, Steuerung und Kontrolle der Gemeinkosten erleichtert; also der beschäftigungsunabhängigen Kosten, die immer entstehen. Auch wenn Sie keine einzigen Produkte oder Dienstleistungen verkaufen. Da sich gerade das Produkt „Dienstleistung“ durch einen hohen Bereitschaftskostenblock auszeichnet, ist die Prozesskostenrechnung für das Dienstleistungscontrolling von hoher Relevanz. Aber auch z. B.  für die Modedesignerin ist dieser Ansatz interessant.
  • Im Zentrum der Deckungsbeitragsrechnung steht der Deckungsbeitrag eines Produktes: Derjenige Kostenanteil, der nach Abzug der variablen Kosten vom Nettoerlös zur Abdeckung der fixen Kosten und des Gewinns übrig bleibt. In welchem Maße trägt ein Produkt zur Finanzierung der Fixkosten bei? Das steht hier im Mittelpunkt. Die abgeleitete Break-Even-Analyse ermöglicht eine Aussage über die Höhe der Verkäufe, ab deren Überschreitung ein Unternehmensgewinn realisiert wird.
  • Das Target Costing hingegen ist ein Kostenmanagementkonzept, das versucht bestehende Kostenrechnungssysteme durch seine ausgeprägte Marktorientierung zu vervollständigen: Maßstab ist der tatsächlich am Markt realisierbare Preis.

(Fortsetzung folgt …)

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