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Deckungsbeitragsrechnung

Montag, den 28. April 2008 von Sonia Flöckemeier
Kategorie: Controlling, Finanzierung, Organisation

Die Deckungsbeitragsrechnung ist neben der bereits besprochenen Prozesskostenrechnung ein weiteres Controllingtool zur Steuerung des Unternehmenserfolges.

Gerade in Unternehmen mit hohen Fixkosten sind die aus der Vollkostenrechnung resultierenden Ergebnisse nur bedingt aussagefähig, da hier alle Kosten den Produkten oder Dienstleistungen in pauschaler Weise zugeordnet werden. Sowohl für die Preisgestaltung eines Produktes als auch zur Ermittlung des Betriebsergebnisses ist gerade die Deckungsbeitragsrechnung ein hilfreiches Tool.

Wendet man die Vollkostenrechnung als Grundlage zur Preisbildung eines Produktes an, besteht die Gefahr, nicht marktgerechte Preise zu kalkulieren. Anbieter, die dieses Verfahren verwenden, erfahren häufig, dass ihre Produkte im Vergleich zum Wettbewerb zu teuer sind.

Ein Beispiel: Eine meiner Kundinnen ist Modedesignerin. Der Fixkostenblock ist sehr hoch: Mehrmals im Jahr fährt sie zu Modemessen im europäischen Ausland, wo sie ihre Kollektionen präsentiert und Ordertermine wahrnimmt. Das verursacht Kosten vom mehreren Tausend Euro im Jahr und ist zwingend notwendig, um ihre Kollektionen vorzustellen und zu verkaufen. Zweimal im Jahr müssen mehrere Musterkollektionen hergestellt werden, die an verschiedene Agenten verschickt und auf den Messen gezeigt werden. Ein Showroom wird angemietet; Miete für das Atelier muss bezahlt werden. Manchmal ist sie gezwungen, zu große Mengen Stoff zu kaufen, weil Mindestabnahmemengen bestehen. Models werden engagiert und Modeschauen organisiert. Das alles kostet im Jahr mindestens 40.000 EUR.

Dazu kommt: Dieser Fixkostenblock fällt an, ohne dass meine Kundin auch nur ein einziges Stück ihrer Kollektionen verkauft.

Jedes verkaufte Teil trägt also zur Deckung der Fixkosten bei; je mehr sie verkauft, desto proportional kleiner wird der Fixkostenanteil, der dem einzelnen Teil zugerechnet werden müsste.

Würde meine Kundin ihre Preise mit der Vollkostenrechnung kalkulieren und anfangs nur wenig verkaufen, z. B. 1000 Stück, müssten jedem Teil also in unserem Beispiel mindestens 40 EUR Fixkosten zugeschlagen werden. Hinzu kommen die variablen Kosten wie Stoff, Näherin und Transport, so dass sich möglicherweise ein Preis ergeben würde, den kein Kunde zu zahlen bereit ist.

Was unterscheidet die Deckungsbeitragsrechnung von der beschriebenen Vollkostenrechnung?

Es werden die einstufige und die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung unterschieden.

Im einfacheren Fall der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung, auch als Direct Costing bezeichnet, ermittelt man den Deckungsbeitrag als Ergebnis des Nettopreises abzüglich der variablen Stückkosten; in unserem Beispiel also Nettoverkaufspreis eines Kleides abzüglich Kosten für Stoff, Garn, Knöpfe und anteilige Personalkosten für die Näherin. Die Summe der Deckungsbeiträge für alle Teile der Kollektion trägt zur Deckung der Fixkosten bei. Das Betriebsergebnis der Modedesignerin ist dann also die Summe der Deckungsbeiträge abzüglich der Fixkosten.

Anders ausgedrückt: Der Deckungsbeitrag ist derjenige Kostenanteil, der nach Abzug der variablen Kosten vom Nettoerlös zur Abdeckung der fixen Kosten und des Gewinns übrig bleibt.

In der mehrstufigen oder Fixkostendeckungsbeitragsrechnung versucht man, den Fixkostenblock aufzuspalten und möglichst viele Fixkosten einzelnen Produktgruppen verursachungsgerecht zuzuordnen. In dem geschilderten Beispiel ist das außerordentlich schwierig, wenn nicht gar unmöglich, da alle Fixkosten ihrem Wesen nach Gemeinkosten sind und den einzelnen Kollektionsteilen nicht ohne Willkür zugeordnet werden können.

Ein anderes Beispiel macht deutlich, wie diese Zuordnung von Fixkosten sinnvoll angewendet werden kann. Ich war mehrere Jahre als Geschäftsleiterin von zehn Coffee Shops tätig. Für jede der Filialen haben wir eine separate Kostenstelle gebildet, um den Beitrag jedes einzelnen Coffee Shops zum Unternehmenserfolg bewerten zu können. Fixkosten wie Miete, Personal und Energiekosten wurden jeder Filiale direkt zugeordnet und in die Ermittlung des Deckungsbeitrages des Shops einbezogen. Die übrigen Fixkosten wie Unternehmensleitung (Overhead), Personalkosten für die Verwaltung und Büromiete wurden in einer separaten Kostenstelle zusammengefasst; die Summe der Deckungsbeiträge aller Coffee Shops hat dann ihren Beitrag zur Deckung des verbliebenen Fixkostenblocks geleistet. Der Unternehmenserfolg war also die Differenz zwischen der Summe der Deckungsbeiträge abzüglich des restlichen Fixkostenblocks.

Die Deckungsbeitragsrechnung ist auch Grundlage für die Ermittlung des break-even-point (Gewinnschwelle) und die Kostenstellenrechnung, auf die ich in meinen nächsten Beiträgen näher eingehen werde … .

Kommentare

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