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Die Unternehmergesellschaft – Pro und Contra

Montag, den 16. Februar 2009 von Sonia Flöckemeier
Kategorie: Finanzierung, Gründung, Nützliches, Organisation

Die Unternehmergesellschaft (auch „Mini-GmbH“ oder „Ein-Euro-GmbH“ genannt) ist in aller Munde und wird ähnlich angepriesen, wie vor ein paar Jahren die englische Limited. Das Modell ist auf den ersten Blick bestechend:  Haftungsfreistellung ohne Kapitaleinsatz.

Wir haben bereits darüber berichtet: weitere Details finden Sie hier.

Für die Gründung der Mini-GmbH ist ein Euro Stammkapital ausreichend, jedoch besteht die Pflicht zur Rücklagenbildung, auch Thesaurierungspflicht genannt: Im Lauf der Zeit muss das Stammkapital einer GmbH von 25 TEUR angespart werden. Dahinter steckt die Intention, der Unternehmergesellschaft nach und nach ein höheres Stammkapital zuzuführen und sie so überlebensfähig zu machen.

Große Erfahrungen liegen noch nicht vor, da die Möglichkeit zur Gründung einer Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt (so der offizielle Name) erst seit 1. November letzten Jahres besteht. Dennoch wage ich eine erste Bewertung:

So attraktiv die kleine GmbH für Gründer ist, so kritisch stehen vermutlich die Banken der neuen Rechtsform gegenüber.

Zentrales Kriterium bei Kreditentscheidungen ist das Rating  und dabei spielen Eigenkapital und Bilanzen eine entscheidende Rolle.

„Kein Kredit ohne Rating“ – dieses Prinzip bestimmt die Finanzierungskonzepte der Unternehmen jeglicher Größe. Ziel des Rating ist, die Bonität eines Unternehmens zu bewerten und seine Kreditwürdigkeit zu prüfen. Beim Rating werden wie bei einer Schulnote das Risiko für die Bank bei einer Kreditvergabe, also die Ausfallwahrscheinlichkeit, bewertet.

Das Rating erfolgt weitestgehend vergangenheitsorientiert: Es werden sowohl so genannte harte (quantitative) und weiche (qualitative) Faktoren bewertet. Vereinfacht gesagt, erlauben die harten Faktoren Rückschlüsse auf die aktuelle wirtschaftliche Lage des Unternehmens, die weichen Faktoren auf die unternehmerischen Perspektiven des Unternehmens für die Zukunft.

Bei den harten Faktoren geht es darum, in Form von Kennzahlen eine Aussage über die gegenwärtige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens zu machen. Über Umsatz- und Leistungsentwicklung, Kostenentwicklung und Kostenstruktur, Ertragsentwicklung, Kundenstruktur, Rentabilität, Liquidität, Eigenkapitalquote, Schuldentilgungsdauer und Firmenvermögen. Alle hierfür notwendigen Informationen entnehmen die Kreditinstitute aus den aktuellen Unternehmensdaten: den Jahresabschlüssen, der Finanzbuchhaltung sowie den Planungsunterlagen.

Die weichen Faktoren beziehen sich beispielsweise auf die Qualifikation des Managements und die Nachfolgeregelung.

Die Banken haben also auch ein starkes Interesse an der Haftkapitalbasis des Kreditnehmers. Diese ist bei der Unternehmergesellschaft in den ersten Jahren bescheiden, da lediglich ein Euro Stammkapital eingesetzt werden muss. Die Thesaurierungspflicht sieht zwar vor, dass 25 % des jährlich erwirtschafteten Gewinns zur Aufstockung des Stammkapitals verwendet werden müssen. Meiner Erfahrung zufolge ist der Gewinn in den ersten Jahren aber eher mager.  Zudem ist im Gesetz keine Frist genannt, innerhalb derer das volle Stammkapital von 25 TEUR nachgewiesen werden muss.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Mini-GmbH? Ich freue mich über Ihre Kommentare!

Kommentare

  • Hallo,

    ein sehr interessanter Artikel. Für mich sind die Pro Punkte der Unternehmergesellschaft eindeutig die schnellere Gründung gegenüber der Gmbh, das geringe Startkapital und die beschränkte Haftung. Contra: Das die UG leider im Ausland nicht sehr bekannt ist und somit augenscheinlich auch nciht sehr vertrauenserweckend ist, was natürlich nicht stimmt. Im Asiatischen Bereich ist beispielsweise die Limited sehr viel bekannter und akzeptierter.

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